Adieu Bargeld? Diese Zahlungsarten spielen in der Zukunft eine bedeutende Rolle

IN-Aussteller gastronovi über die Entwicklung von bargeldlosen Bezahlsystemen, die Bedeutung für Gastronomen und Hoteliers und der Relevanz innerhalb einer Digitalisierungsstrategie.

 

„Das Bargeld ist den Deutschen lieb und teuer, die Entwicklung hin zu digitalen Bezahlmethoden daher langwierig. In Deutschland ist der Verbraucher tendenziell skeptisch gegenüber neuen Anbietern, oft aus Angst gläsern zu sein und zu viele persönliche Daten preisgeben zu müssen.

Andere Länder sind an diesem Punkt schon sehr viel weiter, insbesondere in Skandinavien bezahlt der Verbraucher kaum noch mit Bargeld. Die Einführung neuer, internationaler Zahlungsmethoden wie Apple und Google Pay wird die Gewohnheiten der Restaurantgäste nach und nach verändern. Schon jetzt sehen wir bei unseren Kunden jährlich einen Anstieg im Bereich des bargeldlosen Zahlens. Dies wird in Zukunft weiter zunehmen. Darauf müssen Gastronomen zukünftig vorbereitet sein und auch die Infrastruktur dafür bieten, um auch weiterhin attraktiv für ihre Gäste zu sein.

Ich bin davon überzeugt, dass die neuen Zahlmethoden für Restaurantbetreiber einige Vorteile bieten. So erfolgt der Bezahlvorgang deutlich schneller. Und der Betrieb wird insgesamt sicherer, denn die Menge an Bargeld wird reduziert und damit auch der finanzielle Verlust im Falle eines Einbruchs oder Diebstahls. Zudem kann das Servicepersonal effizienter arbeiten, womit sich auch der Service am Gast verbessert. Die Hürde, neue Zahlungsanbieter aufzunehmen, ist dennoch für viele Gastronomen groß, die Tradition der Bargeldnation gefestigt. Hier muss aber die Branche umdenken und darf sich nicht vor Neuem verschließen. Nur so bleiben sie auch in Zukunft erfolgreich.“

Andreas Jonderko, Geschäftsführer gastronovi GmbH

Aktuelle Ergebnisse und Studien über die bevorzugte Zahlweise der Deutschen

Deutschland gilt nach wie vor als Bargeld-Land, trotzdem werden mobile Zahlsysteme zunehmend anerkannt und eingesetzt.

Laut der repräsentativen Postbank-Studie „Die digitalen Deutschen 2019, für die 3.126 Bundesbürger befragt wurden, schrumpfte der Anteil der Mobile-Payment-Gegner von 61 Prozent im vergangenen Jahr auf 47 Prozent in 2019. Wer mobiles Zahlen weiterhin ablehnt, tut dies zum Großteil aus Angst vor mangelnder Sicherheit, beispielsweise wenn das Handy gestohlen oder verloren wird. Auch fehlende Kenntnis der Zahlungs-Apps hält die Deutschen noch zurück. Trotzdem ist die Zahl der Mobile-Payment-Nutzer angestiegen und beträgt der Postbank-Studie zufolge in diesem Jahr bereits 33 Prozent.

Die Sparkassen-Finanzgruppe analysierte ebenfalls ihre Zahlungsvorgänge und kam zu dem Ergebnis, dass mehr als jede vierte Kartenzahlung innerhalb des Unternehmens kontaktlos erfolgt.

Aktuelle Entwicklungen Bargeld/Bargeldlose Bezahlsysteme

Wenn in Deutschland ein Kunde seinen Einkauf bezahlen oder im Restaurant die Rechnung begleichen muss, dann zückt er gerne das Bargeld. Bis jetzt. Denn die Zeiten als Bargeldnation sind vorbei. Nach einer aktuellen Meldung des Handelsforschungsinstituts EHI  zahlt der Verbraucher hierzulande erstmals mehr mit Karte als mit Münzen oder Scheinen. In Schweden soll es Prognosen zufolge ab dem Jahr 2030 sogar gar kein Bargeld mehr geben. Schon heute bezahlen dort fast alle Bewohner sogar Kleinstbeträge an der Imbissbude in elektronischer Form. Verdrängt wird das haptische Zahlungsmittel u. a. durch neue mobile Bezahlmethoden wie Google und Apple Pay.

Für das deutsche Gastgewerbe hat diese Entwicklung zur Folge, dass Sie eine größere Vielfalt an Bezahlmöglichkeiten anbieten müssen, um dem hohen Serviceanspruch der Gäste gerecht zu werden. Das Smartphone ist zentraler Alltagsbegleiter und entwickelt sich mehr und mehr auch zur Geldbörse. Auch wenn sich das mobile Zahlen in Deutschland noch nicht vollständig durchgesetzt hat und ein Großteil der Deutschen nach wie vor bar zahlt, schwappt der Trend zu Apple Pay, Google Pay und Co. mehr und mehr aus dem Ausland nach Deutschland. Die Entwicklungen sind bereits so weit vorangeschritten, dass zum 14. September 2019 die zweite Zahlungsrichtlinie (EU) 2015/2366 (PSD2) für mehr Sicherheit beim digitalen Zahlen eingeführt wurde.

Laut einem Interview im Juni 2019 der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung mit Thomas Rienecker, Sprecher beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband, sind kontaktlose und mobile Zahlungen in der Hotellerie bereits stark verbreitet. In der Gastronomie hingegen nehmen gerade kleine Betriebe oft ausschließlich Barzahlungen entgegen, was besonders für internationale Gäste ein Problem darstellen kann. Die optimale Kompromiss-Lösung wäre in solch einem Fall, beide Zahlungsarten anzubieten.

Neue Impulse im Bereich Mobile Payment gibt es nicht zuletzt durch die Verbreitung der Nahfunk-Technologie NFC (Near Field Communication). Immer mehr EC- und Kreditkarten sind NFC-fähig und müssen somit nicht mehr in ein Lesegerät geschoben werden, stattdessen werden sie lediglich kurz aufgelegt. Zur schnelleren Abwicklung an der Kasse können Zahlungen von bis zu 25 Euro ohne PIN-Eingabe erfolgen. Dank dieser technologischen Neuerung können inzwischen auch viele Smartphones anstelle der Karte zur Zahlung genutzt werden. Voraussetzung dazu ist die Installation einer entsprechenden App.

Andreas Jonderko