Wie digitale Konzepte den Außer-Haus-Markt verändern

Die Digitalisierung verändert die Welt im rasanten Tempo. Auch der Außer-Haus-Markt wird von der neuen Technik verwandelt und vor große Herausforderungen gestellt. Digitale Produktlösungen verändern nicht nur die Möglichkeiten von Gastronomen und Hoteliers, sondern auch die Bedürfnisse der Gäste. Um zukunftsfähig zu bleiben, ist das Gastgewerbe gefordert, die digitalen Möglichkeiten für den eigenen Betrieb zu prüfen.

Lieferservice als Umsatztreiber
Lieferplattformen wie foodora, Deliveroo & Co. schaffen Realitäten, die für das traditionelle Restaurantgeschäft sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Aus einer Studie von YouGov aus dem Jahr 2017 geht hervor, dass jeder fünfte Deutsche Online-Lieferdienste nutzt. Delivery fungiert als Umsatztreiber und die speziellen Anforderungen an die Fahrer von foodora, Deliveroo und Co. werden bei der Planung neuer Filialen berücksichtigt – so auch bei Beets & Roots. Der Anbieter von Healthy Casual Food mit drei Standorten in Berlin und Hamburg hat die Ladengestaltung von Beginn an auf das Liefergeschäft abgestimmt, das nach Aussagen des Gründers Maximilian Kochen beim Internationalen Foodservice Forum 2018 bis zu 35 % des gesamtes Umsatzes ausmacht.

Neue Qualitätsstandards
Neben Lieferservice und der digitalen Kasse nehmen insbesondere Optionen zur Vorabbestellung und -bezahlung eine vorherrschende Rolle in der Digitalisierung der Gastronomie ein. Ganze Businessmodelle wie beispielweise die Data Kitchen in Berlin sind heute auf dieser Basis aufgebaut und treffen damit den Zeitgeist nach bequemen und simplen Esslösungen. Digitalrestaurants wie die Datakitchen Berlin nutzen die technischen Möglichkeiten, in dem die zubereiteten Speisen über einen digitalisierten Automaten zum Gast gelangen. Die Gäste bestellen und bezahlen ihr Essen über eine App, noch bevor sie das Restaurant betreten.Zeitersparnis bei allen Prozessen und Abläufen sowie Effizienzsteigerung ohne Qualitätsverlust sind laut Betriebsleiter Christian Hamerle klare Vorteile der digitalen Struktur. Zudem schenke die innovative Technik den Gästen mehr Zeit für sich in der Businesslunch-Zeit von 30 Minuten.

Die Tatsache, dass der Gast völlig aus seiner gewohnten Komfortzone geholt wird und die volle Kontrolle über das Bestellen und Bezahlen nun bei ihm liegt, sei laut Hamerle die größte Herausforderung im Alltag eines Digitalrestaurants und fügt hinzu: „Wir glauben aber auch, dass gehobene Gastronomie niemals ohne Service auskommt. Deshalb haben wir den Zahlkellner nicht gegen Technik getauscht, sondern einen Gastgeber aus ihm gemacht.“

Eigene Bedarfsanalyse nicht vernachlässigen
In welchem Umfang ein Unternehmen von technischer Unterstützung profitieren kann, hängt von Faktoren wie Umsatz und Mitarbeiterzahlen ab. Um das richtige System für den eigenen Betrieb zu finden, bedarf es einer umfassenden Analyse der individuellen Anforderungen und Ziele sowie des aktuellen Angebots. „Die großen Möglichkeiten digitaler Technologien erfordern von Gastronomen ein Umdenken“, bestätigt auch Franz Klein, Präsident vom DEHOGA Hamburg und ruft die Mitglieder dazu auf, die digitale Veränderung der Branche aktiv mitzugestalten. Doch womit anfangen?

Gastro-Experte Jean-Georges Ploner empfiehlt als Starter die Kasse, ein Reservierungsprogramm und Buchhaltungssoftware. Herausforderungen hochtechnischer Konzepte liegen unter anderem in der digitalen Küchenlogistik oder der Vernetzung der individuellen Lösungen. Um das richtige System für den eigenen Betrieb zu finden, bedarf es einer Analyse der eigenen Anforderungen und Ziele. „Unter 500.000 Euro Jahresumsatz und bei weniger als 50 Sitzplätzen, braucht es wenig Digitalisierung”, sagt Gastronomieberater und Vorstand des Leaders Club Deutschland Jean-Georges Ploner.

Das steigende Interesse seitens der Gäste an bequemen und simplen Restaurantkonzepten sowie die Notwendigkeit effizienter Arbeitsprozesse in der dynamischen Gastrobranche führen dazu, dass das Angebot digitaler Lösungen wächst. „„Uns ist es gelungen, zur INTERNORGA 2019 eine Vielzahl von Anbietern aus dem Digitalsektor zu gewinnen, dadurch können wir einen umfassenden Marktüberblick bieten,” sagt Claudia Johannsen, Geschäftsbereichsleiterin der Hamburg Messe und Congress GmbH. Das breite Spektrum der auf der INTERNORGA präsentierten digitalen Neuheiten hilftGastronomen und Hoteliers dabei, aus dem großen Angebot die richtigen Produkte für ihren Betrieb auszuwählen. Von Bestell- und Bezahlsystemen bis hin zum Ladenbau finden die Besucher auf der Leitmesse eine umfassende Auswahl an Anbietern, um ihr Geschäftsmodell für die Zukunft fit zu machen.